Feuerstein ist der häufigste Stein an Ostseestränden. Viele Feuersteine enthalten ein Fossil, denn sie entstanden im Schlamm der Kreidezeit, rund um Tiere und Schwämme. Du musst nur wissen, wie man hinschaut.
Warum Feuerstein Fossilien enthält
Feuerstein bildete sich in Kreidesedimenten auf dem Boden eines urzeitlichen Meeres. Kieselsäure sammelte sich um Organismen und in Tiergängen. Deshalb bewahrte der Feuerstein Formen, die sich in der weichen Kreide längst aufgelöst haben. Das Inlandeis riss Feuersteine aus dem Untergrund der Kreide und schob sie nach Süden, und heute spült das Meer sie aus dem Lehm der Kliffe.
Seeigel
Am leichtesten zu erkennen sind die unregelmäßigen Seeigel der Kreidezeit. Sie haben die Form einer Schale, eines Helms oder einer kleinen Kuppel und sind einige bis etwa ein Dutzend Zentimeter groß.
- Fünf Strahlen. Oben siehst du fünf Bänder aus winzigen Punkten, die wie die Strahlen eines Sterns vom Scheitel ausgehen. Das ist das sicherste Zeichen.
- Ein Steinkern. Oft bleibt nur ein Abguss aus Feuerstein übrig. Er ist glatt und hat keine Schale, aber die Form und die fünfzählige Symmetrie sind noch zu sehen.
- Die Unterseite. Sie kann flach sein, mit der Mundöffnung zu einer Seite verschoben.
Ein gewöhnlicher knolliger Feuerstein hat keine Symmetrie. Wenn du fünf sich wiederholende Bänder siehst, ist es ein Seeigel.
Schwämme
Fossile Schwämme sind weniger auffällig. Achte auf Becher-, Finger- oder Pilzformen. Die Oberfläche kann porös sein, als wäre sie mit kleinen Löchern übersät, oder ein zartes Netz tragen. Im Kies stößt du außerdem auf winzige Kügelchen von wenigen Millimetern Durchmesser. Oft sind das Miniaturschwämme.
Feuersteine in Form einer verzweigten Röhre sind meist gefüllte Tiergänge, keine Schwämme. Sie sind nicht weniger interessant, aber eine andere Art von Fossil.
Moostierchen und andere Kleinigkeiten
Auf der Oberfläche mancher Feuersteine siehst du zarte Netze oder Zweige. Das sind Moostierchen (Bryozoen), Kolonien winziger Tiere. Unter einer Lupe mit 10-facher Vergrößerung treten sie gut hervor.
So prüfst du einen Stein
- Mach ihn nass. Nasser Feuerstein zeigt das Muster deutlicher.
- Schau von der Seite. Seitliches Licht hebt die Punktbänder und die Poren hervor.
- Suche nach Symmetrie. Natürlicher Feuerstein hat keine. Ein Seeigel schon.
- Schlag am Fuß eines Kliffs keine Steine auf. Die Splitter sind scharf, und die Wand kann abrutschen. Wenn du einen Stein doch spaltest, tu es weit weg vom Kliff, mit Schutzbrille und Handschuhen.
Lass dich nicht täuschen. Löcher und Abplatzungen in einem Stein sind oft nur Verwitterung, kein Fossil. Ein echtes Fossil hat ein sich wiederholendes, symmetrisches Muster.
Wo du suchen kannst
Feuersteine gibt es überall, wo ein Kliff aus Geschiebemergel besteht. Die besten Sammlungen stammen aus Westpommern: Trzęsacz, Rewal, Niechorze und Pobierowo. Auch Ustronie Morskie und Jastrzębia Góra sind gut. Durchsuche die Kiesbänder nach einem Sturm. Such deinen Tag mit der Fossilienvorhersage aus.
Über Belemniten, die oft neben Feuersteinen liegen, kannst du im Ratgeber Belemniten, die „Donnerkeile“ lesen. Die Sammelregeln stehen im Regel-Ratgeber.
Verpasse das nächste Zeitfenster nicht
Die besten Zeitfenster dauern nur wenige Stunden: nach einem Sturm, nach Regen, in einer klaren Nacht mit aktiver Sonne. Melde dich an, und wir schreiben dir, sobald der Index an deinen Orten über 60 steigt.
