Um Polarlichter zu fotografieren, brauchst du ein Stativ, manuellen Fokus auf Unendlich und eine Belichtung von wenigen bis gut zehn Sekunden. Schalte am Handy den Nachtmodus ein oder stell eine manuelle Belichtung von 3–10 Sekunden ein. Beginne an der Kamera mit ISO 1600, der größten Blende und 10 Sekunden.
Warum ein Foto mehr zeigt als dein Auge
Bei schwachem Licht nutzt das Auge Stäbchen, die nur Graustufen sehen. Die Zapfen, die Farben erkennen, brauchen hellere Lichtverhältnisse. Ein Polarlicht ist dafür meist zu schwach, deshalb wirkt es mit bloßem Auge wie ein graues oder weißliches Leuchten. Ein Sensor sammelt mehrere Sekunden lang Licht und zeichnet das Grün und Rosa auf, das dein Auge verpasst. Darum lohnt es sich bei Kp 5, Fotos zu machen, auch wenn du nichts siehst.
Was du mitbringen solltest
- Ein Stativ. Das ist am wichtigsten. Ohne Stativ verwackelt eine Belichtung von mehreren Sekunden. Am Strand kannst du ein Handy an einer Tasche oder einem Stein abstützen, ein Stativ ist aber besser.
- Eine Fernbedienung oder ein 2-Sekunden-Selbstauslöser. Das Berühren des Bildschirms während der Belichtung verwackelt das Bild.
- Eine Rotlicht-Taschenlampe. Weißes Licht ruiniert deine Nachtsicht und strahlt in die Bilder anderer.
- Einen Ersatzakku. Kälte entlädt Akkus schnell. Bei -10 °C verlieren Lithium-Akkus 30–50 Prozent ihrer Kapazität. Trag den Ersatzakku in einer Tasche am Körper.
Kamera: Startwerte
- Manueller Modus (M). Du stellst alles selbst ein.
- Größte Blende. Die kleinste Blendenzahl, die dein Objektiv hat, etwa f/1,8 oder f/2,8. Abblenden bringt nichts, weil das Polarlicht weit entfernt ist.
- ISO 1600–3200. Mit einem lichtschwächeren Objektiv, f/4–5,6, kannst du bis ISO 6400 gehen. Wähl den niedrigsten Wert, der ein ausreichend helles Bild ergibt.
- Belichtungszeit: Fang mit 10 Sekunden an. Schnelle, wallende Vorhänge brauchen 4–6 Sekunden, weil längere Zeiten sie verwischen. Schwache, langsame Bögen vertragen 15–20 Sekunden.
- Die 500er-Regel. Die maximale Zeit ist 500 geteilt durch die Brennweite. Bei 24 mm sind das etwa 20 Sekunden, danach ziehen Sterne Striche. Bei einem Sensor kleiner als Vollformat multiplizierst du die Brennweite zuerst mit dem Cropfaktor.
- Weißabgleich etwa 3500–4000 K. Wenn du im RAW-Format fotografierst, kannst du ihn später ändern.
- RAW-Format. Es gibt dir Spielraum, um Rauschen zu verringern und Farben zu korrigieren.
Fokus: manuell, auf Unendlich
Der Autofokus versagt bei Nacht, stell den Fokus also von Hand ein. Du hast zwei Methoden:
- Bei Tageslicht. Fokussiere per Autofokus auf ein fernes Objekt, schalte auf manuell um und klebe den Fokusring fest. Prüfe die Unendlich-Markierung am Objektiv bei Tageslicht, denn sie ist oft ungenau.
- Bei Nacht. Vergrößere im Live-View einen hellen Stern oder ein fernes Licht und dreh den Ring, bis der Punkt am kleinsten ist. Prüfe nach einer Stunde erneut, denn ein Temperaturabfall kann den Fokus verschieben.
Handy: so stellst du es ein
- Stell das Handy auf ein Stativ. Der Nachtmodus verlängert die Belichtung selbst, aber nur, wenn das Handy ruhig steht.
- Nutz den Nachtmodus oder den manuellen Modus. Stell im manuellen Modus 3–10 Sekunden und ISO um 1600 ein, meist nicht mehr als 3200. Bei einem starken Polarlicht genügen 2–5 Sekunden, bei einem schwachen 15 Sekunden oder mehr, wenn das Handy es erlaubt.
- Nutz die Hauptkamera. Sie ist lichtstärker als die Ultraweitwinkelkamera.
- Fokussiere auf Unendlich. Wenn das Handy manuellen Fokus hat, stell ihn auf das Unendlich-Symbol, oder tippe auf einen hellen Stern oder ein fernes Licht.
- Nutz einen Selbstauslöser mit 2–3 Sekunden oder eine Bluetooth-Fernbedienung. Berühre den Bildschirm während der Aufnahme nicht.
- Fotografiere nicht durch Glas. Das Glas spiegelt das Licht von innen.
Ein Handy verliert im Vergleich zu einer Kamera an Details, weil seine Bildverarbeitung das Bild glättet. Bei einem schwachen Polarlicht schneidet eine Kamera besser ab.
Bildaufbau und Fehler
- Weitwinkel. Das Polarlicht füllt einen großen Teil des Himmels, und ein Vordergrund davor hilft: ein Kliff, Bäume, eine Düne.
- Norden im Bild. Nutz den Kompass auf deinem Handy und richte die Kamera nach Norden.
- Übersättige nicht. Starke Sättigung ergibt ein unrealistisches Bild.
- Schalte den Blitz aus. Er beleuchtet nichts, was 100 km entfernt ist.
- Mach ein Testfoto. Zoome in die Vorschau auf dem Bildschirm, um Helligkeit und Fokus zu prüfen.
Wenn du nicht weißt, wo du das Stativ aufstellen sollst, sieh dir die Liste der Orte im Ratgeber wo du Polarlichter in Polen siehst an. Die aktuelle Bewertung steht in der Polarlichtprognose.
Verpasse das nächste Zeitfenster nicht
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