Polarlicht / Ratgeber

Handy-Kameraeinstellungen für Polarlichter: iPhone, Samsung, Pixel

Von Paweł. Aktualisiert am 2026-11-07.

Stell das Handy auf ein Stativ oder stütze es auf etwas Festes, schalte den Nachtmodus oder den manuellen Modus ein, stell den Fokus auf Unendlich und wähl eine Belichtung von 3–10 Sekunden. Bei schnellen, wallenden Vorhängen geh auf 2–5 Sekunden herunter. Löse mit dem Selbstauslöser aus, damit du den Bildschirm nicht berührst.

Die Einstellungen in Kürze

  1. Halte es ruhig. Ein Stativ oder eine feste Unterlage. Eine Nachtaufnahme aus der Hand verwackelt.
  2. Hauptkamera, 1x. Sie ist die lichtstärkste. Digitaler Zoom verschlechtert das Bild nur.
  3. Nachtmodus oder manueller Modus. Das Handy wählt die Zeit, oder du stellst sie selbst ein.
  4. Fokus auf Unendlich. Von Hand, wenn das Handy es erlaubt. Sonst tippe auf einen hellen Stern oder ein fernes Licht.
  5. Selbstauslöser mit 2–3 Sekunden. Oder eine Bluetooth-Fernbedienung.
  6. Test. Mach eine Aufnahme, zoome in die Vorschau und passe die Zeit an.

In Polen steht das Polarlicht meist tief über dem Nordhorizont, prüfe also, ob sich das Rausgehen überhaupt lohnt. Das behandeln wir am Ende.

iPhone: Nachtmodus

Der Nachtmodus funktioniert ab dem iPhone 11 (Apple Support). Er schaltet sich bei wenig Licht von selbst ein, und sein Symbol wird gelb. Eine Zahl neben dem Symbol zeigt, wie viele Sekunden die Aufnahme dauert.

So verlängerst du die Belichtung:

  1. Tippe auf den Pfeil über dem Sucher.
  2. Tippe auf die Nachtmodus-Taste unter dem Sucher.
  3. Schieb den Regler über dem Auslöser auf Max. Das verlängert die Aufnahme, und sobald du den Auslöser drückst, wird der Regler zu einem Countdown.

Apple empfiehlt ein Stativ oder eine feste Unterlage für mehr Stabilität und Kontrolle über die Belichtung. Eine maximale Sekundenzahl nennt Apple nicht, deshalb raten wir auch keine. Das Handy zeigt die Zeit auf dem Bildschirm an. Zwei Dinge solltest du beachten:

Du willst volle Kontrolle über Zeit und ISO? Nutz eine App mit manuellem Modus, die RAW speichert. Die Einzelheiten hängen vom Modell und von der App ab, fang also mit dem Nachtmodus und einem Testfoto an.

Samsung Galaxy: Pro-Modus und Expert RAW

Die Standard-Kamera-App hat einen Pro-Modus. Du musst nichts installieren. Du stellst ISO, Belichtungszeit, Weißabgleich und Fokus ein. Samsungs Anleitung nennt keine ISO- oder Belichtungsbereiche, schau also nach, was dein Modell bietet.

Für manuellen Fokus tippe auf das FOCUS-Symbol und wähle „Manuell“. Der Regler rechts ist für weit entfernte Motive. Schieb ihn ganz ans Ende und prüfe die Schärfe an einem hellen Stern.

Expert RAW ist eine eigene App aus dem Galaxy Store, verfügbar ab dem Galaxy S20. Sie speichert RAW und gibt dir volle Kontrolle über die Einstellungen. Sie hat auch einen Astrofotografie-Modus mit Sky Guide, in dem du die Aufnahmezeit festlegst. Er funktioniert nur mit 12 MP, und Samsung nennt ihn für die Serien S22 und S23. Bei anderen Modellen prüfe, ob deine Version der App ihn hat. Der Modus ist für Sterne gedacht und braucht eine lange Belichtung, die ein bewegtes Polarlicht verwischt, deshalb ist der einfache Pro-Modus mit kurzer Belichtung oft besser.

Google Pixel: Nachtsicht und Astro

Nachtsicht (Night Sight) findest du im Modus-Karussell, oder sie schaltet sich im Dunkeln von selbst ein. Die automatische Nachtsicht funktioniert nicht mit eingeschaltetem Blitz.

Astrofotografie kam mit dem Pixel 4 (Google, 2019). Die Google-Hilfe beschreibt sie auch für spätere Pixel-Modelle, und ab dem Pixel 4a (5G) funktioniert sie nur bei 1x Zoom oder mehr. Auf einem Stativ schaltet das Handy von selbst in den Astro-Modus, sobald es ruhig steht. Als das Pixel 4 erschien, sagte Google, der Countdown auf einem Stativ könne bis zu vier Minuten dauern. Ohne Stativ zieh den Nachtsicht-Regler auf Astro, dann startet das Handy einen 5-Sekunden-Timer.

Das ist für Polarlicht wichtig: Der Astro-Modus ist für Sterne gebaut, die stillstehen. Ein Polarlicht bewegt sich, deshalb kann ein langer Stapel von Bildern es verwischen. Auf einem Stativ kann das Handy von selbst in den Astro-Modus wechseln, mach also ein Testfoto und beurteile die Vorhänge. Das Pixel 8 Pro hat außerdem Pro-Steuerelemente mit manuellem Fokus, Belichtungszeit und ISO (Google). Bei anderen Modellen prüfe, ob du sie hast.

Googles Tipp, Sterne frühestens 45–90 Minuten nach Sonnenuntergang zu fotografieren, gilt nicht für Polarlicht. Ein Polarlicht kann zu jeder Zeit nach Einbruch der Dunkelheit auftauchen.

Andere Android-Handys

Such nach dem Modus Pro oder Manuell (der Name hängt vom Hersteller ab, oft unter „Mehr“). Stell ISO um 1600, Belichtung 3–10 Sekunden und manuellen Fokus auf Unendlich ein. Wenn es keine manuellen Regler gibt, nutz den Nachtmodus. ISO- und Zeitbereiche unterscheiden sich von Modell zu Modell, such also nicht nach Zahlen aus der Anleitung eines anderen. Schau, was deine eigenen Regler bieten.

Tabelle: Womit du anfängst

HandyModusISOZeitFokusHinweise
iPhone 11 und neuerNachtmodus, Regler auf Maxautomatischautomatisch, länger auf einem Stativauf einen Stern oder ein fernes Licht tippenLive Photos und Blitz ausschalten
Samsung GalaxyPro oder Expert RAWetwa 1600, meist bis 32003–10 sManuell, Regler nach rechtsAstro in Expert RAW ist eine lange Belichtung
Google PixelNachtsicht, optional Astroautomatischautomatisch (Astro dauert länger)FarSelbstauslöser mit 3 s
Andere Android-HandysPro / Manuell oder Nachtmodusetwa 1600, meist bis 32003–10 smanuell auf UnendlichBereiche hängen vom Modell ab

Die ISO- und Zeitwerte in der Tabelle sind unsere Startwerte, keine Herstellerangaben. Passe sie an die Helligkeit des Polarlichts an.

Bildaufbau und Kontrolle der Aufnahme

Richte das Handy nach Norden. Der Kompass deines Handys genügt. Ein Polarlicht über Polen steht tief, neige das Handy also nur leicht über den Horizont und nimm einen Vordergrund auf: Bäume, ein Kliff, eine Düne. Ein Bild nur mit Himmel wirkt flach.

Zoome nach der ersten Aufnahme in die Vorschau und prüfe drei Dinge: Sind die Sterne Punkte oder Striche, hat das Polarlicht eine Form oder ist es ein Schmierer, und ist der Himmel überbelichtet. Falscher Fokus und Verwackeln sind die häufigsten Gründe für eine misslungene Aufnahme. Wenn du Striche siehst, verkürze die Zeit oder stabilisiere das Stativ.

Häufige Fehler

Kälte und Akku

Bei Frost entlädt sich ein Handy-Akku schneller, und lange Belichtungen und ein heller Bildschirm beschleunigen das. Trag das Handy in einer Tasche am Körper, bis das Polarlicht erscheint. Verringere die Bildschirmhelligkeit, schalte den Energiesparmodus ein und nimm eine Powerbank mit. Ein kaltes Handy kann sich auch ausschalten, während die Anzeige noch Ladung zeigt.

Wenn du das Handy in ein warmes Auto mitnimmst, kann sich Kondenswasser auf dem Glas bilden. Warte, bis es verschwunden ist, bevor du das nächste Foto machst.

Bearbeiten ohne Übertreibung

Wann du überhaupt rausgehen solltest

Die besten Einstellungen helfen nicht, wenn es kein Polarlicht gibt oder der Himmel bedeckt ist. In Polen gelingt ein Foto meist ab Kp 5, und mit bloßem Auge siehst du das Polarlicht ab Kp 6 oder 7. Was diese Zahl bedeutet, erklärt der Ratgeber zum Kp-Index.

Die aktuelle Bewertung für deinen Standort steht in der Polarlichtprognose. Sie gewichtet Kp, Wolken und Mond. Wenn das Handy nicht reicht und du eine Kamera hast, lies den Ratgeber Polarlichter mit der Kamera fotografieren.

Verpasse das nächste Zeitfenster nicht

Die besten Zeitfenster dauern nur wenige Stunden: nach einem Sturm, nach Regen, in einer klaren Nacht mit aktiver Sonne. Melde dich an, und wir schreiben dir, sobald der Index an deinen Orten über 60 steigt.